Zugspitze, Ehrwald (OTS) – Eröffnet wurde der Gipfel von Tirols
Umweltlandesrat René Zumtobel
gemeinsam mit Ralf Roth (Advisory Board, Deutsche Sporthochschule
Köln), Theo Zoller (Obmann Tiroler Zugspitz Arena) und Martin Reiter
(Geschäftsführer Lebensraum Tirol Gruppe). „In Hitzeperioden wie sie
aktuell gerade aufteten, wird der Klimawandel für alle spürbar. Der
Alpenraum ist besonders von den klimatischen Veränderungen betroffen.
Doch wir schauen nicht tatenlos zu, sondern setzen bereits seit
vielen Jahren Schritte, um uns anzupassen. Tirol hat dabei mit der
Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie einen klaren Fahrplan, um
auf allen Ebenen – von der Gesellschaft über den Gebäudesektor bis
hin zur Energieerzeugung – treffsichere Maßnahmen umzusetzen“, so
Landesrat René Zumtobel. „Der AlpenKlimaGipfel hat sich als
Diskussionsplattform etabliert, die immer wieder neue Gedankenanstöße
bringt und wesentliche Stakeholder:innen miteinander vernetzt, um
gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.“
Zwtl.: Klimasystem am Kipppunkt
Im Wissenschafts- und Praxistalk, der in Kooperation mit
wetter.com auch auf der Streamingplattform JOYN zu sehen ist,
ordneten Marc Zebisch (Eurac Research), Zukunfts- und Trendforscherin
Anja Kirig , Marc Olefs (GeoSphere Austria) sowie Michael Lehning (
Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF / ETH Lausanne)
aktuelle Forschungsergebnisse ein und diskutierten, wie sich diese in
regionale Risiko- und Anpassungsstrategien übersetzen lassen.
Katharina Zwettler , Vorsitzende des Alpinen Klimabeirats der
Alpenkonvention im Österreichischen Bundesministerium, war live
zugeschaltet und betonte: „Eine neue Studie zeigt, dass sich mehr als
90 Prozent der Menschen in Europa für Klimaschutzmaßnahmen
aussprechen.“
Zwtl.: Silicon Valley trifft Alpenraum
Ein weiterer Programmpunkt war ein STANDARD-Podcast-Gespräch
zwischen Journalist Zsolt Wilhelm und Charly Kleissner . Der
gebürtige Tiroler, der in den 1980er- und 1990er-Jahren im Silicon
Valley u. a. zusammen mit Steve Jobs arbeitete, wirkt heute als
Social-Impact-Investor und setzt seinen Fokus auf Unternehmen mit
ökologischen und sozialen Zielen. Im Hinblick auf neue Technologien
ist sich Kleissner sicher: „Wenn wir wollen, dass KI uns dabei hilft,
bessere Lösungen für die Zukunft zu finden, müssen wir auch die
Datenbasis vielfältiger und verantwortungsvoller gestalten.“
Zwtl.: Energiewende als Sicherheitsfrage
Energiesouveränität stand im Mittelpunkt des ersten Nachmittags.
Michael Kraxner , Vorstandssprecher der TIWAG, skizzierte in einem
Impuls die Bedeutung regionaler Energieversorgung im Spannungsfeld
von Klimawandel und Versorgungssicherheit: „Derzeit treiben auch
Gaskraftwerke in Europa den Ausstoß an, wir brauchen daher
erneuerbare Speicher. Wir wollen technologieoffene Lösungen
vorantreiben, die im Alpenraum möglich sind. Wir können rund um die
Wasserkraft hier unsere Topografie, unsere Gebirge nützen, denn Berge
sind mehr als romantisierte Hindernisse vor einer Stadt.“
Im anschließenden TT-Klimatalk – moderiert von Matthias Krapf (
Chefredaktion Tiroler Tageszeitung) und im Livestream der Tiroler
Tageszeitung übertragen – diskutierten Michael Kraxner , Ursula
Bittner (Wirtschaftsexpertin & Sprecherin bei Greenpeace), Sebastian
Freier (Vorstand EWR-Gruppe) und Energieexperte Johannes Benigni .
Claudia Kemfert , Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt
am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), war live
zugeschaltet.
Der Ausgangspunkt: Geopolitische Verwerfungen – von der Iran-Krise
bis zu den Energiekrisen der vergangenen Jahre – haben Europas
Verwundbarkeit bei der Energieversorgung schonungslos offengelegt.
Die Energiewende rückt damit in eine neue Dimension: nicht mehr nur
hinsichtlich Klimaschutz, sondern auch sicherheitspolitisch. Kemfert
resümiert: „Wir sind nicht mehr auf einer ganz so schrecklichen
Fahrt, aber noch lange nicht dort, wo wir hin sollten, zum Beispiel
im Verkehr muss noch viel passieren.“
Zwtl.: Anpassungsdruck als Innovationsmotor
Das abschließende Panel, ebenfalls auf JOYN zu sehen, widmete
sich der Frage, ob der Alpenraum angesichts steigender Temperaturen,
verschobener Schneegrenzen und neuer Investitionszyklen zum
Innovationsraum mit Vorbildwirkung werden kann. Charly Kleissner ,
Glaziologin Andrea Fischer , Ralf Roth , Viktoria Veider-Walser (
Geschäftsführerin Kitzbühel Tourismus) und Nachhaltigkeitsberaterin
Michaela Gasser-Mark lieferten Antworten aus Praxis und Forschung.
„Die Alpen bleiben Sehnsuchtsorte, gerade weil sich unsere
Ballungsräume immer weiter verdichten. Bergbahnen spielen dabei in
der alpinen Natur eine wichtige Rolle und entwickeln sich zunehmend
zu nachhaltigen Zukunfts- und Lernorten“, so Roth.
Zwtl.: Alps Future Award erstmals vergeben
Den Abschluss des ersten Tages bildete die Verleihung des Alps
Future Awards im Zugspitzsaal in Ehrwald. Der von der Lebensraum
Tirol Gruppe und dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet initiierte
Preis wurde 2026 erstmals vergeben und würdigt Projekte, die den
Wandel im Alpenraum aktiv gestalten. Die Auszeichnungen in den beiden
Kategorien „Lebensraum Tirol“ (Gewinner-Projekt: HELIOPLANT) und
„Tourismus“ (Gewinner-Projekt: OLM Nature Escape) wurden von Tirols
Landeshauptmann Anton Mattle überreicht. Eine siebenköpfige
Expert:innen-Jury, unter Vorsitz von Hubert Siller (MCI Tourismus)
verantwortete Auswahl und Bewertung der eingereichten Projekte.
Weitere Informationen zum Alps Future Award sowie zu den
ausgezeichneten Projekten sind unter www.newsroom.pr/at/helioplant-
und-olm-nature-escape-gewinnen-alps-future-award zugänglich.
Zwtl.: Ausblick auf Tag 2
Mit acht weiteren hochkarätig besetzten Panels und Impulsen
setzte der AlpenKlimaGipfel am 24. Juni 2026 sein Programm fort – mit
Schwerpunkten auf nachhaltigem Tourismus, alpiner Sicherheit,
Sportereignissen im Klimastress, Landwirtschaft im Wandel und der
Frage, wie Zukunftskommunikation zum Hebel des Handelns wird.
Informationen zu den Speaker:innen 2026 sowie das aktuelle
Programm (Änderungen vorbehalten) sind unter
www.alpenklimagipfel.jetzt abrufbar.
Ausgewählte Paneldiskussionen sind hier zum Nachschauen verfügbar:
www.alpenklimagipfel.jetzt/at/mediathek/2026
Der AlpenKlimaGipfel wird auch 2026 wieder nach den Kriterien von
„Green Event Tirol basic“ organisiert.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at