Winzig/Bernhuber: „Wichtiger Erfolg für Europas Bauern und heimische Eiweißversorgung“

Straßburg (OTS) – Die ÖVP-Europaabgeordneten Angelika Winzig und
Alexander Bernhuber
begrüßen, dass das Europäische Parlament heute mit deutlicher
Mehrheit verhindert hat, dass die Kommission Sojaöl pauschal als
Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC)
einstuft. Damit ist der Plan des sozialistischen EU-Kommissars Dan
Jørgensen vom Tisch, europäisches Sojaöl ab 2030 faktisch aus der
Biokraftstoffproduktion zu verbannen. Federführend für den Einspruch
war die Europäische Volkspartei, 388 Abgeordnete haben ihn
unterstützt, 248 waren dagegen, 24 haben sich enthalten.

Europäisches Soja ist nicht Südamerika

„Das ist ein wichtiger Erfolg für unsere Bäuerinnen und Bauern
und für die nachhaltige Eiweißproduktion in Europa. Die Kommission
wollte europäisches Soja in einen Topf mit Ware aus Übersee werfen,
das ist schlichtweg absurd. Unser Soja wächst nicht am gerodeten
Regenwald, sondern auf heimischen Feldern, rückverfolgbar,
zertifiziert und nach den strengsten Umweltstandards der Welt. Wer
europäisches Soja mit südamerikanischem gleichsetzt, bestraft genau
jene, die es richtig machen“, betont Alexander Bernhuber, Umwelt- und
Agrarsprecher der ÖVP im Europaparlament.

Wertschöpfung und Arbeitsplätze abgesichert

Angelika Winzig, stv. Delegationsleiterin und
Wirtschaftssprecherin der ÖVP im Europaparlament hatte den Einspruch
gemeinsam mit anderen Abgeordneten im zuständigen Industrie-Ausschuss
eingebracht. Sie verweist auf die wirtschaftliche Dimension: “Hier
ging es um bestehende Wertschöpfungsketten, Arbeitsplätze in unseren
Ölmühlen und Investitionen in den ländlichen Regionen. Ein Wegfall
des Absatzmarktes für Sojaöl hätte viele europäische
Verarbeitungsbetriebe wirtschaftlich massiv unter Druck gesetzt und
uns noch abhängiger von Importen gemacht. Das haben wir heute
abgewendet.”

Nachhaltiger Treibstoff aus heimischer Produktion

Winzig betont zudem die Rolle von Sojaöl als nachhaltige
Energiequelle: “Biodiesel aus europäischem Sojaöl ist ein
nachhaltiger, heimischer Treibstoff, der einen wichtigen Beitrag zu
unseren Klimazielen leistet. Es wäre wirtschaftlich wie
klimapolitisch völlig widersinnig gewesen, eine erneuerbare
Energiequelle aus regionaler, entwaldungsfreier Produktion aus dem
Markt zu drängen. Klimaschutz gelingt mit unseren Betrieben, nicht
gegen sie.”

Eiweißproduktion in Europa stärken statt einschränken

Österreich ist mittlerweile drittgrößter Sojaproduzent der
Europäischen Union. Die geplante Einstufung hätte den heimischen
Sojaanbau stark unter Druck gesetzt, denn die wirtschaftliche
Verarbeitung von Sojabohnen funktioniert nur, wenn neben dem
Sojaschrot als Eiweißfuttermittel auch das Sojaöl vermarktet werden
kann. „Die Kommission redet von einer europäischen Eiweißstrategie
und will gleichzeitig der heimischen Sojaproduktion den Boden unter
den Füßen wegziehen. Das passt hinten und vorne nicht zusammen. Wenn
wir unsere Abhängigkeit von Eiweißimporten aus Übersee reduzieren
wollen, müssen wir den Anbau in Europa stärken statt einschränken“,
sagt Bernhuber.

Kommission muss Methodik überarbeiten

Die Kommission ist nun gefordert, die Methodik und Datenbasis für
die Einstufung grundlegend zu überarbeiten und dabei klar zwischen
nachhaltiger europäischer Produktion und Rohstoffen aus
Risikoregionen zu unterscheiden. „Wir sagen Ja zum Kampf gegen die
weltweite Entwaldung, aber mit Maßnahmen, die die Verursacher treffen
und nicht unsere eigenen Bäuerinnen und Bauern. Europäisches Soja ist
Teil der Lösung, nicht das Problem“, sagen Bernhuber und Winzig
abschließend. (Schluss)