Wien (OTS) – „Die Zahlen zeigen klar: Bei der Kinderbetreuung sind
wir von echter
Gleichstellung noch weit entfernt. Wenn fast neun von zehn Personen,
die ihre Erwerbsarbeit für die Kinderbetreuung unterbrechen, Frauen
sind, braucht es endlich bessere Rahmenbedingungen für eine
partnerschaftliche Aufteilung“, sagt die ÖGB-Bundesfrauensekretärin
Dorottya Kickinger anlässlich der aktuellen Zahlen der Arbeiterkammer
Oberösterreich zur Kinderbetreuung.
Ein wichtiger Hebel ist für den ÖGB das Familienarbeitszeitmodell
von ÖGB und Arbeiterkammer: Arbeiten beide Elternteile zwischen 28
und 32 Stunden pro Woche, sollen sie jeweils 350 Euro monatlich
erhalten. „Damit schaffen wir einen konkreten Anreiz, dass nicht
automatisch die Frau ihre Arbeitszeit reduziert, während der Mann
Vollzeit weiterarbeitet. Familienarbeitszeit bedeutet: Beide haben
Zeit für ihre Kinder und beide bleiben stärker im Erwerbsleben“, so
Kickinger.
„Wer eine stärkere Beteiligung von Vätern will, muss dafür
sorgen, dass sie im Alltag auch möglich ist – finanziell und im
Betrieb. Dafür braucht es neben der Familienarbeitszeit auch
ausreichend Kinderbetreuung und bessere Arbeitszeitmodelle“, betont
Kickinger. „Gleichstellung darf nicht daran scheitern, dass sich
Familien eine gerechte Aufteilung schlicht nicht leisten können“, so
die Gewerkschafterin.
Die ÖGB-Frauen fordern:
– Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag –
finanzielle und personelle Ressourcen müssen dabei sichergestellt
sein
– Ausbau von Ganztagsschulen und Ferienbetreuung
– Recht auf Aufstockung der Arbeitszeit im Unternehmen für
Teilzeitbeschäftigte
– Finanzielle Besserstellung von Mehrarbeit in Teilzeit
– Flächendeckender Ausbau der Pflegeangebote
Mehr Info: www.oegb.at/familienarbeitszeit
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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