Jugendkonferenz: Jugendliche fordern einen sicheren digitalen Raum

Wien/St. Pölten (OTS) – Drei Tage lang erarbeiteten über 60
Jugendliche aus allen
Bundesländern und Südtirol bei der Österreichischen Jugendkonferenz
2026 in St. Pölten Forderungen zum Thema „Die EU, Social Media & Du“.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Räume gestaltet werden
müssen, damit junge Menschen sich sicher in diesen bewegen können.

Am heutigen letzten Konferenztag präsentierten die Teilnehmenden
ihre Forderungen Entscheidungsträger*innen aus Politik sowie
Verwaltung. Eines wurde dabei deutlich gemacht: „Social Media ist für
junge Menschen ein zentraler Ort für Information, Austausch und
Beteiligung. Umso wichtiger ist es, dass Jugendliche bei der
Gestaltung digitaler Räume mitreden können. Die Jugendkonferenz zeigt
deutlich, dass junge Menschen auch klare Vorstellungen haben“, sagt
Anna Schwabegger, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung (BJV).

Digitale Kompetenzen stärken

Ein zentrales Thema war die Stärkung von Medienkompetenz. Die
Jugendlichen betonten, dass das Erkennen von Desinformation und das
Verständnis für digitale Plattformen frühzeitig vermittelt werden
müssen. „Wer sich sicher und selbstbestimmt im digitalen Raum bewegen
soll, braucht die richtigen Werkzeuge. Medienbildung darf kein
Randthema sein, sondern muss jungen Menschen ermöglichen,
Informationen kritisch einzuordnen“, erklärt BJV-Vorsitzender Moritz
Mittermann. Medienbildung solle daher nicht nur punktuell
stattfinden, sondern als eigenes, praxisnahes Fach im Schulalltag
verankert werden. Dafür braucht es eine zeitgemäße Aus- sowie
Weiterbildung von Lehrkräften und auch verstärkte Angebote außerhalb
der Schule.

Mehr Schutz vor Desinformation und Manipulation

Auch den Schutz vor Desinformation, Hassrede und manipulativen
Mechanismen auf Social-Media-Plattformen diskutierten die
Jugendlichen. Sie forderten eine konsequente Regulierung der
Plattformen sowie mehr Transparenz darüber, wie Inhalte durch
Algorithmen verbreitet und priorisiert werden. Plattformen sollten
außerdem verpflichtet werden, Nutzer*innen mehr Kontrolle über ihre
Daten zu geben und Funktionen anzubieten, mit denen insbesondere
potenziell süchtig machende Mechanismen deaktiviert werden können.

Psychische Gesundheit stärken

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der psychischen Gesundheit
junger Menschen. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass hoher
Nutzungsdruck, ständige Erreichbarkeit und die permanente
Verfügbarkeit digitaler Inhalte stärkere Unterstützungssysteme
erforderlich machen. Sie fordern einen Ausbau psychologischer
Betreuung, mehr Schulpsychologie sowie niederschwellige und
kostenfreie Therapieangebote für junge Menschen. Ergänzend brauche es
digitale Anlaufstellen und Verweise auf Hilfsangebote innerhalb von
Plattformen, damit Unterstützung schnell und unkompliziert zugänglich
ist.

Forderungen werden weitergetragen

Gemeinsam mit Bundesministerin Claudia Bauer und den
Jugendlandesrät*innen Christiane Teschl-Hofmeister (Niederösterreich)
, Astrid Mair (Tirol), Christian Dörfel (Oberösterreich), Bettina
Emmerling (Wien) und Stefan Herrmann (Steiermark) diskutierten die
Jugendlichen bereits auf nationaler sowie regionaler Ebene im
direkten Dialog. Die Ergebnisse der Jugendkonferenz werden nun von
der BJV als gesetzliche Interessenvertretung aller Kinder und
Jugendlichen in Österreich weitergetragen und in politische Prozesse
bis zur europäischen Ebene durch den EU-Jugenddialog eingebracht.

Die Österreichische Jugendkonferenz 2026 ist Teil des EU-
Jugenddialogs, eines europaweiten Beteiligungsprozesses für junge
Menschen, der in Österreich von der BJV koordiniert wird. Organisiert
wurde die Konferenz gemeinsam mit den Landesjugendreferaten,
insbesondere dem Landesjugendreferat Niederösterreich, sowie dem
Bundeskanzleramt.

Fotos von der Jugendkonferenz stehen unter bjv.at/ueber-die-
bjv/presse zum Download bereit.