Grüne/Hammer zu antisemitischen Attacken bei Kunstaktion am Lueger-Denkmal

Wien (OTS) – Bestürzt zeigt sich der Rechtsextremismus- und
Gedenkpolitiksprecher
der Grünen, Lukas Hammer, über die antisemitischen Angriffe auf den
Künstler Alon Ishay sowie den Polizeieinsatz im Zuge der Kunstaktion
beim Lueger-Denkmal.

„Dass ein jüdischer Künstler mitten in Wien bei einer Kunstaktion
gegen das Denkmal des Idols von Adolf Hitler antisemitisch beschimpft
und bedroht wird, ist erschütternd. Alon Ishay gilt unsere volle
Solidarität. Antisemitismus darf niemals relativiert oder hingenommen
werden – schon gar nicht dort, wo auf die antisemitische Geschichte
Karl Luegers aufmerksam gemacht wird“, betont Hammer.

Scharfe Kritik übt Hammer auch am Einschreiten der Polizei gegen
die Kunstaktion: „Es ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet
gegen jene vorgegangen wird, die auf Antisemitismus aufmerksam
machen. Wer Antisemitismus ernst nimmt, muss die Betroffenen schützen
und darf sie nicht auch noch kriminalisieren.“

Besonders geschichtsvergessen wäre es, wenn – wie von Anwesenden
berichtet wurde – die Polizisten den jüdischen Künstler tatsächlich
aufgefordert haben sollten, die mit Kreide angebrachten Parolen
wegzuschrubben. 1938 wurden Jüdinnen und Juden gezwungen, Schriftzüge
von den Straßen zu wischen – unter Beifall und den Beschimpfungen
eines Großteils der Wiener Bevölkerung.

Sollten Alon Ishay oder andere Beteiligte infolge des
Polizeieinsatzes mit Kosten oder Verwaltungsstrafen belastet werden,
kündigt Hammer Unterstützung an: „Wir werden nicht zulassen, dass
jene, die sich künstlerisch gegen Antisemitismus engagieren, dafür
auch noch bestraft werden. Wir werden alles daransetzen, dass Alon
Ishay keinen Cent aus eigener Tasche zahlen muss.“

„Gerade am Lueger-Denkmal braucht es eine konsequente Haltung
gegen Antisemitismus – nicht Einschüchterung jener, die ihn sichtbar
machen“, sagt Hammer und kündigt zu diesem Vorfall eine
parlamentarische Anfrage an.