Wien (OTS) – Nach Angaben von ÖVP-Insidern ist für heute Nachmittag
angeblich eine
vorproduzierte Social-Media-Rede von Bundeskanzler Christian Stocker
vorgesehen – den Gerüchten nach ein Versuch, nach Stockers Sommertour
und dem gestrigen oe24-Sommergespräch die politische Kommunikation
wieder einzufangen. „Das wird nicht funktionieren. Nicht einmal die
eigene Partei glaubt noch an Stocker, das hört man auch bereits aus
der ÖVP“, so FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz über den
vorzeitigen ÖVP-internen Video-Leak.
„Stockers Sommer ist endgültig entgleist. Der Tiefpunkt seiner
Tour war der Kinderbetreuungs-Sager, bei dem er auf offener Bühne
gezeigt hat, was diese ÖVP von Frauen, Kindern und Familien hält.
Dagegen war Nehammers Burger-Video fast noch eine Kleinigkeit. Und
kaum ist die Sommertour vorbei, folgt das nächste Problem: Im oe24-
Sommergespräch übernimmt Stocker plötzlich mit dem Verbot des
politischen Islam eine freiheitliche Kernforderung von Herbert Kickl,
obwohl die ÖVP entsprechende FPÖ-Anträge zuletzt wiederholt abgelehnt
hat. Heute um sieben Uhr früh sah sich ÖVP-Generalsekretär und
Stockers Mitarbeiter Gstöttner bereits zu einer öffentlichen
Relativierung der Aussagen seines eigenen Chefs veranlasst. Jetzt
soll offenbar ein glattgezogenes Social-Media-Video retten, was kaum
noch zu retten ist. Und dieses wird noch dazu vorzeitig geleakt“,
schmunzelte Schnedlitz.
Dass Stocker laut vorliegendem Videotext darin von „unbequemen
Wahrheiten“ sprechen und ein „zukunftsfrohes Österreich“ beschwören
wolle, sei für Schnedlitz bezeichnend. „Die unbequemste Wahrheit für
Stocker ist doch längst: Dieser Kanzler und diese Partei sind
politisch am Ende. Die Tiroler ÖVP will sich inzwischen ausdrücklich
von der Bundespolitik emanzipieren und distanziert sich vom eigenen
Kanzler. Und am Montag wartet das ORF-Sommergespräch. Offenbar ist
die Nervosität vor weiteren Fettnäpfchen so groß, dass vorher noch
schnell eine vorgeschriebene Placebo-Rede eingeschoben werden muss.
Österreich braucht aber keine nächste PR-Therapie für einen
angeschlagenen Kanzler.“
Abschließend forderte Schnedlitz Konsequenzen: „Österreich ist
tatsächlich ein großartiges Land. Das Problem ist diese Regierung.
Ein Social-Media-Video wird weder das Vertrauen der Menschen
zurückholen noch die eigene Partei wieder zusammenkleben. Stocker hat
bei seiner Tour sein wahres Gesicht gezeigt, und auch dieser traurige
Videobeweis hat sich tief in die Köpfe der Menschen eingebrannt. Er
zeigt auch bei den Sommergesprächen, dass er als Kanzler fehl am
Platz ist. Stocker sollte endlich erkennen, wann es vorbei ist:
Rücktritt, Neuwahlen und das Wort zurück an die Bevölkerung!“
