Wien (OTS) – Mit dem Hochwasserschutzprojekt Uttendorf setzt der
Wasserverband
Mattig gemeinsam mit der Marktgemeinde Helpfau-Uttendorf, dem
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) und dem Land
Oberösterreich einen wichtigen Schritt für den Schutz der Bevölkerung
im Innviertel. Künftig werden rund 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner
sowie 367 Gebäude vor den Folgen von Hochwässern der Mattig und des
Schwemmbachs geschützt. Das Projekt verbindet modernen
Hochwasserschutz mit naturnaher Gestaltung und nachhaltiger
Entwicklung der Gewässerlandschaft.
Die Marktgemeinde Helpfau-Uttendorf war in den vergangenen
Jahrzehnten wiederholt von Hochwasserereignissen betroffen. Nun
erfolgt seit dem Baustart im Herbst 2025 die Umsetzung eines
umfassenden Schutzprojekts, das die Sicherheit der Bevölkerung erhöht
und gleichzeitig ökologische Verbesserungen entlang der Mattig
schafft.
Umweltminister Norbert Totschnig : „Der verbesserte Schutz der
Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes
Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Ministerium
österreichweit laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische
Verbesserungen, die Mensch und Natur gleichermaßen zugutekommen. Für
das Projekt Hochwasserschutz Mattig/Schwemmbach in der Gemeinde
Uttendorf stellen wir rund 5,3 Mio. Euro bereit. Jeder Euro, den wir
in den Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition in mehr
Sicherheit, in eine intakte Umwelt und in unsere Zukunft“.
„ Jeder Euro, den wir heute in den Hochwasserschutz unserer Regionen
investieren, schützt morgen Häuser, Betriebe und Existenzen.
Besonders freut mich, dass der Hochwasserschutz in Uttendorf so
gestaltet wird, dass eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen
weiterhin möglich bleibt. Damit fügt sich das Projekt an Mattig und
Schwemmbach gut in die Kulturlandschaft ein und zeigt, wie moderner
Hochwasserschutz mit naturnaher Gestaltung funktionieren kann “,
betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder verweist auf die
zunehmenden Herausforderungen durch die Klimakrise: „
Starkregenereignisse und Hochwasser werden auch in Oberösterreich
häufiger und intensiver. Deshalb braucht es vorausschauende
Maßnahmen, die den Schutz der Bevölkerung mit ökologischer Aufwertung
verbinden. Mit dem Hochwasserschutz Uttendorf setzen wir ein
wichtiges Vorzeigeprojekt für Klimawandelanpassung, naturnahe
Gestaltung und nachhaltigen Hochwasserschutz um. Das Land
Oberösterreich stellt dafür rund 6 Millionen Euro bereit.“
Der Obmann des Wasserverbandes Mattig und Bürgermeister der
Marktgemeinde Helpfau-Uttendorf Johannes Manglberger hebt die
Bedeutung des Projektes hervor: „ Nach vielen Jahrzehnten des Bangens
und Hoffens bei großen Niederschlagsereignissen, dürfen wir endlich
dieses „Jahrhundertprojekt für Uttendorf“ umsetzen. Herzlichen Dank
an alle Fördergeber, Grundbesitzer und beteiligten Personen und
Firmen für die Planungs- und Umsetzungsarbeiten!“
Zentrale Maßnahmen
Kernstück des Projekts ist die Errichtung eines rund 9.200 Meter
langen Damm- und Muldensystems entlang der Mattig und des
Schwemmbachs. Die Schutzdämme werden bewusst flach gestaltet und
können weiterhin als Wiesenflächen genutzt werden. Damit verbindet
das Projekt technischen Hochwasserschutz mit einer möglichst
naturnahen Einbindung in die Landschaft.
Technische Grundlagen
Das Projekt dient dem Schutz vor einem 100-jährlichen
Hochwasserereignis der Mattig und des Schwemmbachs. Bereits seit den
1990er-Jahren wurden unterschiedliche Varianten geprüft und
weiterentwickelt. Nicht vermeidbare Verluste an Rückhaltevolumen
wurden bereits im Vorfeld durch die Erweiterung der
Hochwasserrückhalteanlage Teichstätt vollständig kompensiert.
Nutzen für Bevölkerung
Nach Fertigstellung der Schutzmaßnahmen profitieren rund 1.500
Einwohnerinnen und Einwohner sowie 367 Gebäude von einem deutlich
verbesserten Hochwasserschutz. Das Projekt stärkt damit die
Sicherheit, die Lebensqualität und die Zukunftsperspektiven der
Region nachhaltig.
Ökologische Verbesserung
Im Zuge des Projekts wird zusätzlich die Durchgängigkeit einer
bestehenden Wehranlage wiederhergestellt und ein Abschnitt der Mattig
ökologisch aufgewertet. Damit leistet das Vorhaben auch einen
wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gewässerökologie und zur
Förderung der Biodiversität.
Nachhaltige Entwicklung
Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 15 Millionen Euro. Die
Finanzierung erfolgt gemeinsam durch das Bundesministerium für Land-
und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft, Land Oberösterreich und den Wasserverband Mattig.
Der Finanzierungsschlüssel setzt sich aus 35 Prozent BMLUK, 40
Prozent Land Oberösterreich und 25 Prozent Wasserverband Mattig
zusammen. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts beträgt 1,08.
Eine Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.