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OeNB-Analyse bestätigt: Hohe Kosten treiben Preise im Tourismus, ÖHV fordert Gegenmaßnahmen

Wien (OTS) – Gäste aus dem In- und dem Ausland kommen in Rekordzahlen
nach
Österreich – trotz heißer Debatten um steigende Preise. „Auch wir
wollen diese Preissteigerungen nicht. Aber wir sind da Getriebene“,
verweist Walter Veit, der Präsident der Österreichischen
Hotelvereinigung, auf eine aktuelle Analyse der Oesterreichischen
Nationalbank (OeNB). Sie zeigt schwarz auf weiß, dass stark
gestiegene Kosten, strukturelle Nachteile bei der Produktivität und
hohe Investitionen in die Qualität die Gründe für Preissteigerungen
sind. Und trotz Rekordnächtigungen und Preissteigerungen liegt die
reale Wertschöpfung von Beherbergung und Gastronomie 2025 noch immer
um 12 % unter dem Wert von 2019. „Wer der Hotellerie Preistreiberei
vorwirft, liegt falsch“, stellt Veit klar.

Zwtl.: Kostenschere bei Personal, Energie und Lebensmitteln

Laut OeNB-Analyse war die Branche mit außergewöhnlichen
Preissteigerungen bei großen Kostenblöcken konfrontiert: Löhnen und
Gehältern, Energie und Lebensmitteln. Verschärft wurde das durch
einen Rückgang der Produktivität um 6 % zwischen 2019 und 2024,
während sie in der Gesamtwirtschaft um 3,5 % stieg. Die Ursachen sind
laut Nationalbank strukturell: Die Branche ist besonders
personalintensiv, Automatisierung stößt rasch an Grenzen. Kleine und
saisonale Familienbetriebe können nur eingeschränkt in
Digitalisierung investieren. Teilzeit- und Saisonarbeit und der
Arbeitskräftemangel verursachen zusätzlichen Aufwand. „Ein Hotel
lässt sich nicht automatisieren wie ein Fließband. Uns trifft jeder
Euro Lohnnebenkosten mehr und jede Stunde Bürokratie. Da kann und
muss die Politik ansetzen, das bremst die Preisentwicklung ein!“, so
Veit.

Zwtl.: Gäste sparen bei Extras

Die OeNB bestätigt damit zentrale Aussagen des Deloitte-ÖHV-
Tourismusbarometers 2026: 63 % der Betriebe haben rückläufige
Nebenausgaben gemeldet, die Gäste geben pro Nächtigung real weniger
aus, sparen bei Nebenausgaben wie Restaurantbesuchen. Jedes zweite
Hotel gab an, dass sich der Gewinn schwächer entwickelt als der
Umsatz. „Könnten und würden wir die Preise nach Belieben erhöhen,
sähe das anders aus“, stellt Veit klar.

Zwtl.: Höhere Preise für höhere Qualität haben nichts mit Inflation
zu tun

Als dritten Faktor nennt die OeNB den Strukturwandel: Die Branche
investiert seit Jahren viel in Qualität, die Zahl der 4- und 5-Sterne
-Hotels ist seit 2019 um über 5 % gestiegen, die der 1- bis 3-Sterne-
Hotels um 12 % gesunken: „Qualität hat ihren Preis, moderne Zimmer,
größere Spas, die Umstellung auf regionale Bio-Schmankerl, höhere
Qualität kostet. Inflation heißt mehr zahlen für das gleiche Produkt
und hat damit nichts zu tun. Das ist etwas ganz anderes und muss in
der Statistik sauber ausgewiesen werden“, fordert Veit.

Zwtl.: Kosten für Betriebe senken heißt Inflation eindämmen!

Die OeNB-Analyse legt aus Sicht der ÖHV mehrere glasklare
Schlüsse nahe:

Arbeitskosten wettbewerbsfähig gestalten: Die Senkung der
Lohnnebenkosten und der Steuern auf Arbeit wäre der wirksamste
Beitrag der Politik zur Eindämmung der Preisentwicklung. Löhne und
Gehälter sind in der Qualitätshotellerie der höchste Kostenfaktor:
Sie machen bis zu 45 % der Ausgaben aus.

Investitionen und Produktivität fördern: Abschreibungen,
Investitionsprämien und Förderinstrumente müssen noch stärker auf
Digitalisierung, Automatisierung, Energieeffizienz und
Mitarbeiterunterkünfte ausgerichtet werden. Gerade kleine und
saisonale Betriebe brauchen einen einfachen Zugang zu diesen
Instrumenten.

Energie- und Lebensmittelkosten sowie Abgaben senken statt
erhöhen: Jede höhere und zusätzliche Abgabe, Gebühr und Ortstaxe
macht den Urlaub teurer – daher Schluss damit!

Bürokratie abbauen: Berichtspflichten,
Dokumentationsanforderungen und kleinteilige Regulierung kosten Zeit
und Geld. Notwendig ist ein rascher Abbau überflüssiger Vorschriften.

Weitere Pressemeldungen der ÖHV sowie Bildmaterial finden Sie
unter www.oehv.at/presse , Pressefotos von ÖHV-Präsident Walter Veit
hier zum Download .