Graz (OTS) – Mehr als acht Millionen Nächtigungen im Sommer 2025,
auch heuer ein
ähnlich hohes Niveau und Zuwächse bei internationalen Gästen:
Landeshauptmann und Tourismusreferent Mario Kunasek feierte bei
seinem am Montag abgehaltenen Gipfel die Entwicklung des steirischen
Tourismus. Für den steirischen Landesvorsitzenden der Gewerkschaft
vida, Gernot Acko, fehlt in dieser Erfolgsbilanz allerdings eine
entscheidende Gruppe: die Beschäftigten.
„Hinter jeder Übernachtung, jedem servierten Essen und jedem
zufriedenen Gast stehen Menschen, die in Küchen, im Service, im
Housekeeping, an Rezeptionen und in vielen weiteren Bereichen täglich
harte Arbeit leisten. Wenn Rekorde gefeiert werden, während genau
diese Beschäftigten real an Einkommen verlieren, stimmt etwas nicht“,
sagt Acko.
Mit dem neuen Tourismus-Kollektivvertrag steigen die Löhne in
Hotellerie und Gastronomie ab Oktober 2026 unter Inflation. Nicht
einmal die Lehrlinge erhalten einen Teuerungsausgleich. Für die
Beschäftigten bedeutet das einen realen Kaufkraftverlust. „Wer sich
medienwirksam mit den Erfolgen der Tourismusbranche schmückt, muss
auch darüber reden, bei wem dieser Erfolg ankommt. Bei vielen
Beschäftigten jedenfalls nicht ausreichend“, kritisiert Acko.
Acko: „Lohnkürzungen sind nicht nur bei Pensionen unanständig“
Besonders widersprüchlich ist die politische Argumentation der
FPÖ. Parteivorsitzender Herbert Kickl hatte zuletzt Eingriffe bei
Pensionen als „unanständig“ gegenüber Pensionist:innen bezeichnet.
„Wenn Kaufkraftverluste bei Pensionistinnen und Pensionisten
unanständig sind, warum sollen sie bei Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern plötzlich akzeptabel sein?“, so Acko.
Gleichzeitig werde der Druck auf die bestehenden Beschäftigten
durch zusätzliche Saisonarbeitskräfte und Arbeitskräfte aus
Drittstaaten erhöht. „Die Antwort auf den scheinbaren Personalmangel
in der Branche kann nicht darin bestehen, laufend neue Arbeitskräfte
anzuwerben und damit Löhne weiter zu drücken. Wer Personal braucht,
muss zuerst dafür sorgen, dass Menschen von ihrer Arbeit gut leben
können und gerne in der Branche bleiben“, fordert Acko.
vida fordert Maßnahmen von Kunasek
Die Gewerkschaft vida fordert Landeshauptmann Kunasek daher auf,
sich klar auf die Seite der bestehenden Tourismusbeschäftigten zu
stellen.
Konkret fordert vida:
– Keinen weiteren Arbeitskräfteimport über Saisonkontingente und Rot-
Weiß-Rot-Karten im steirischen Tourismus,
– einen Landeszuschuss für Tourismusbeschäftigte zum Ausgleich des
entstandenen realen Kaufkraftverlusts.
„Die Steiermark kann stolz auf erfolgreiche Tourismuszahlen sein.
Aber zu einem erfolgreichen Tourismus gehören auch Beschäftigte, die
anständig bezahlt werden und von ihrer Arbeit leben können“, so Acko
abschließend.