Sommerferien zeigen erneut: Alleinerziehende nach wie vor als Familien benachteiligt

Wien (OTS) – Und jährlich grüßt das Murmeltier: Vor allem in den
langen
Sommerferien stoßen viele Alleinerziehende finanziell an ihre
Grenzen. Was betroffene Eltern dabei besonders ärgert, ist, dass
daher nicht alle gleich von Freizeit- und Urlaubsangeboten
profitieren können. Häufig bieten Tourismus-Unternehmen attraktive
Angebote für zwei Erwachsene mit 1-2 Kindern an. Eine erwachsene
Person mit Kindern bekommt jedoch meist keine Familienermäßigung. Der
Wunsch nach gemeinsamer Zeit und gemeinsamen Ferienerlebnissen
besteht jedoch in allen Familienformen. Das Ziel muss sein, dass die
Angebote für alle leistbar sind.

Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) hat sich
aufgrund mehrerer empörter Anrufe alleinerziehender Eltern einer
Recherche zu diesem Bereich gewidmet. Dabei wurde eines deutlich:
Alleinerziehende fühlen sich häufig benachteiligt – das ergab eine
Social Media-Umfrage: Knapp 90 Prozent der Alleinerziehenden hat
negative Erfahrungen mit Familienermäßigungen gemacht.

Zwtl.: Alle Familien sind gleich viel wert

Einzelne Lösungen von Tourismus-Betrieben greifen allerdings zu
kurz. Eine gesellschaftliche Neuorientierung ist dringend notwendig :
„Wir müssen unseren Blickwinkel auf den Begriff Familie ändern.
Familie ist heutzutage sehr vielfältig: Ein-Eltern-Familien,
Patchworkfamilien, , usw.. – aber alle Familienformen sind gleich
viel wert“, weist Evelyne Martin, Vorsitzende der ÖPA, in dem
Zusammenhang hin. Die ÖPA fordert daher eine
Familientauglichkeitsprüfung, besonders wenn es um die Einführung
neuer Gesetze geht. Deren Auswirkungen sollten von vornherein
unterschiedliche Familienformen berücksichtigen – dies soll eine
wirkungsorientierte Folgeabschätzung für Alleinerziehende und andere
Familienformen sicherstellen.

Zwtl.: Kostenfreier Eintritt für Kinder auch im Kulturbereich

„ Aus Sicht ÖPA muss der Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten
für alle Kinder möglich sein“, s chlägt Evelyne Martin klar. „Im
Idealfall ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
kostenlos. Dies sichert ihre Teilhabe und bietet einen hohen Mehrwert
für unsere gesamte Gesellschaft.“ Dass dies möglich ist, zeigt die
Preisgestaltung beispielsweise bei den Österreichischen Bundesmuseen.
Doch auch Betriebe berücksichtigen bereits die unterschiedlichen
Familienkonstellationen: Die Therme Wien bietet z. B. ein
Familienticket für eine erwachsene Person und ein Kind an, weitere
Kinder können aber dazugebucht werden. So sollte es in ganz
Österreich sein.