Ein unvergesslicher Tag für die Forscherinnen von morgen
Am 23. April 2026 öffnete das AIT Austrian Institute of Technology seine Türen für den 25. Wiener Töchtertag. Rund 30 Mädchen aus Oberstufen-Klassen durften einen exklusiven Einblick in die Welt der Wissenschaft und Forschung erhalten. Unter dem Motto „Discover your Future“ erwartete die jungen Besucherinnen ein facettenreiches Programm, das sie in die spannenden Bereiche der MINT-Forschung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) einführte.
Warum MINT-Berufe so wichtig sind
Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Diese Bereiche sind entscheidend für die moderne Gesellschaft, da sie die Grundlage für Innovationen und technologische Fortschritte bilden. In Österreich, wie auch in vielen anderen Ländern, gibt es einen Mangel an Fachkräften in diesen Disziplinen. Daher ist es umso wichtiger, junge Menschen, insbesondere Mädchen, frühzeitig für diese Fächer zu begeistern.
Ein Blick hinter die Kulissen der Quantenforschung
Ein Highlight des Töchtertags war der Besuch im AIT Photonik und Quanten-Labor. Die Mädchen konnten sich mit den vielfältigen Aspekten der Quantenforschung auseinandersetzen. Aber was genau ist Quantenforschung? Kurz gesagt, beschäftigt sich diese Wissenschaft mit den kleinsten Bausteinen unserer Welt – den Quanten. Diese sind so winzig, dass sie sich anders verhalten als größere Objekte, was zu faszinierenden Entdeckungen führt.
Die Teilnehmerinnen lernten, wie Glasfasern funktionieren und welche Anwendungen optische Technologien wie LiFi und LiDAR haben. LiFi, oder Light Fidelity, ist eine Technologie, die Licht zur Datenübertragung nutzt, während LiDAR, Light Detection and Ranging, zur Entfernungsmessung mittels Laserstrahlen eingesetzt wird. Beide Technologien haben das Potenzial, unsere Art der Kommunikation und Datenübertragung zu revolutionieren.
Die Stadt der Zukunft – heute schon erleben
Ein weiteres spannendes Thema war die „Stadt der Zukunft“, präsentiert vom AIT Center for Innovation, Systems & Policy. Gemeinsam mit der AIT-Expertin Dana Wasserbacher diskutierten die Mädchen über die urbanen Entwicklungen der Zukunft. Themen wie nachhaltige Stadtplanung, Mobilität und Energieeffizienz standen im Fokus. Diese Bereiche sind besonders wichtig, da immer mehr Menschen in Städten leben und die Infrastruktur entsprechend angepasst werden muss.
Von der Industrie-Automatisierung bis zur Molekular-Diagnostik
Im AIT Center for Vision, Automation & Control erhielten die Schülerinnen Einblicke in die Automatisierung von Maschinen und Fahrzeugen. Autonome Maschinen, wie z.B. Gabelstapler, sind bereits heute Realität und verbessern die Effizienz in der Industrie enorm. Auch kleinere Anwendungen, wie autonome Rollstühle, die Fluggästen mit eingeschränkter Mobilität mehr Unabhängigkeit bieten, wurden vorgestellt.
Besonders faszinierend war der Besuch im Molekular-Diagnostik-Labor des AIT Center for Health & Bioresources. Hier demonstrierte die AIT-Forscherin Manuela Hofner moderne Analysemethoden, mit denen Krankheiten auf molekularer Ebene identifiziert und Therapien personalisiert werden können. Die Mädchen konnten sogar ihre eigene DNA aus Speichelproben extrahieren, was ihnen ein Gefühl für die praktische Anwendung der Forschung vermittelte.
Innovatives Erste-Hilfe-Training mit XR-Technologien
Ein weiteres Highlight war das TX.Lab am AIT Center for Technology Experience. Hier wurde den Mädchen die Welt der Extended Reality (XR) nähergebracht. XR umfasst Technologien, die die reale mit der digitalen Welt verbinden, wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Die KI-gestützte Mixed-Reality Erste-Hilfe-Trainingslösung „Green Manikin“ beeindruckte die Teilnehmerinnen besonders. Dieses System ermöglicht ein innovatives und interaktives Training, das kürzlich mit dem Houskapreis ausgezeichnet wurde.
Der sensible Umgang mit Daten in der digitalen Welt
In der heutigen Zeit, in der Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) allgegenwärtig sind, ist der Umgang mit persönlichen Daten von großer Bedeutung. Eine Station zeigte den Mädchen, wie wichtig es ist, sensibel mit den eigenen Daten umzugehen, insbesondere in sozialen Medien und bei der Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT.
Die Bedeutung des Wiener Töchtertags
Der Töchtertag ist eine Initiative der Stadt Wien, die darauf abzielt, junge Mädchen und Frauen für die Forschung zu begeistern. Das AIT ist seit vielen Jahren Partner dieser Veranstaltung und bietet den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, einen Einblick in die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im MINT-Bereich zu erhalten. AIT-Geschäftsführerin Brigitte Bach betonte in ihrer Begrüßung, wie wichtig es ist, Mädchen zu zeigen, dass sie alle Chancen dieser Welt haben, um in der Forschung erfolgreich zu sein.
Ein Blick in die Zukunft
Die Zukunft der Forschung und Technologie ist vielversprechend. Mit Veranstaltungen wie dem Wiener Töchtertag wird der Grundstein gelegt, um junge Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern. Dies ist nicht nur wichtig, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, sondern auch, um die Vielfalt in der Wissenschaft zu erhöhen. Expertinnen wie Dana Wasserbacher und Manuela Hofner leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag, indem sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben.
Was können wir also in den kommenden Jahren erwarten? Die rasante Entwicklung in Bereichen wie Quantenforschung, Automatisierung und Molekular-Diagnostik verspricht zahlreiche Innovationen, die unser Leben nachhaltig verändern werden. Die Mädchen, die am Töchtertag teilgenommen haben, könnten eines Tages selbst an vorderster Front dieser Entwicklungen stehen und die Zukunft mitgestalten.
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung
Der Töchtertag am AIT war ein voller Erfolg und zeigt, wie wichtig es ist, Mädchen frühzeitig für Wissenschaft und Technik zu begeistern. Solche Initiativen tragen dazu bei, die Kluft zwischen den Geschlechtern in MINT-Berufen zu verringern und eine neue Generation von Forscherinnen hervorzubringen, die die Welt verändern können.