Lopatka: „Klares Signal für Montenegros EU-Annäherung“

Brüssel (OTS) – Erstmals findet morgen, Freitag, ein
EU-Westbalkangipfel in
Montenegro statt. „Das ist ein klares Signal für die EU-Annäherung
Montenegros. Das Land hat beeindruckende Fortschritte gemacht und
kann wohl noch vor dem Sommer 2029 der Europäischen Union als 28.
Mitgliedsland beitreten“, sagt Reinhold Lopatka, Chefverhandler der
Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament für die
Beitrittsverhandlungen mit Montenegro. „Ein EU-Beitritt Montenegros
und vielleicht auch Albaniens in naher Zukunft würde eine neue
Dynamik für die EU-Erweiterung am Westbalkan bringen, die in unserem
Interesse ist“, erklärt Lopatka vor dem Gipfeltreffen in dem
montenegrinischen Küstenstädtchen Tivat.

„Montenegro ist von allen Kandidatenländern dem EU-Beitritt am
nächsten, das bestätigen wir auch im positiven Fortschrittsbericht
des Europaparlaments, über den wir bei der Plenartagung in der
dritten Juniwoche abstimmen. Die Regierung in Podgorica arbeitet
intensiv und glaubwürdig auf die EU-Mitgliedschaft hin. In fast allen
Bereichen kommen die Beitrittsgespräche gut voran und die
Montenegriner haben sich vorgenommen, noch heuer alle
Verhandlungskapitel abzuschließen. Die Ausarbeitung des
Beitrittsvertrags hat bereits begonnen“, skizziert Lopatka. „Jetzt
arbeiten wir gemeinsam und konzentriert an der Beseitigung der
letzten Hürden wie im Kampf gegen die Korruption sowie der Reform der
Justiz und des Wahlrechts.“

„Eine europäische Beitrittsperspektive gibt es grundsätzlich für
alle Länder des Westbalkans. Die Fortschritte in Richtung EU sind
freilich unterschiedlich groß. Während Montenegro und auch Albanien
bereits sprichwörtlich an die Tür der EU klopfen, gibt es für
Nordmazedonien noch Aufholbedarf. In Serbien liegt es in der Hand der
Regierung unter Präsident Aleksandar Vučić, ob das Land wieder auf
den Weg in Richtung EU zurückkehrt. Oder ob es dem Beispiel Georgiens
folgt, das sich von der EU abgewandt hat und in Russlands
Einflusssphäre drängt. In Bosnien-Herzegowina beginnen die
Herausforderungen schon bei der staatlichen Integrität und der Kosovo
hat noch den weitesten Weg vor sich“, schließt Lopatka.