St. Pölten (OTS) – Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentierte
am heutigen
Dienstag im Zuge einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus
Niederösterreichs erste KI-Strategie. „KI ist für uns kein Randthema,
sondern ein zentrales Element unserer wirtschaftspolitischen
Gesamtstrategie in Niederösterreich“, betonte sie dabei.
Künstliche Intelligenz „verändert, wie wir arbeiten, leben,
wirtschaften und miteinander kommunizieren“, so die Landeshauptfrau.
Laut „Digitalisierungsmonitor 2025“ liege Niederösterreich bei der
Nutzung von KI auf Platz 3 im Vergleich mit den anderen
Bundesländern. 39 Prozent der Niederösterreicherinnen und
Niederösterreicher nutzen KI-Anwendungen, beinahe ein Drittel nutzt
die KI auch im beruflichen Umfeld.
„Die Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Menschen
angekommen“, zeigte sie sich überzeugt: „Daher braucht es jetzt mehr
Orientierung, digitale Kompetenzen und klare Spielregeln.“ Die
Landeshauptfrau weiter: „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die
Chancen nutzen, die die KI mit sich bringt. Denn wir wollen unsere
Zukunft aktiv gestalten.“
Das Land Niederösterreich beginne dabei aber „nicht bei Null“,
verwies Mikl-Leitner in diesem Zusammenhang darauf, dass das Land
bereits 2018 die erste Digitalisierungsstrategie vorgelegt und 2022
das Haus der Digitalisierung in Tulln eröffnet habe. Für die
Erarbeitung der KI-Strategie habe man nun ein „KI Advisory Board“ mit
Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Gesellschaft ins Leben gerufen. Das „KI Advisory Board“ habe acht
Leitlinien entwickelt: So soll KI etwa nur dort eingesetzt werden,
„wo sie wirklich Sinn macht“, mit „den Menschen im Mittelpunkt“, es
soll „niemand zurückbleiben“ und es soll „klare Regeln“ geben.
Zwei Grundsätze bezeichnete die Landeshauptfrau als „besonders
wichtig“: „Die KI muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Und:
Digitalisierung darf keine Frage des Wohnortes oder des Alters sein.“
Deshalb sei die KI-Strategie Niederösterreich auch ganz bewusst als
„Handlauf“ für das ganze Bundesland gedacht: „Für Bürgerinnen und
Bürger, für Unternehmen, für Gemeinden und für die Verwaltung.“
Darüber hinaus sei die KI-Strategie „kein starres Konstrukt“, das „KI
Advisory Board“ werde künftig jährlich zusammentreffen.
Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Strategie würden auch
die Gemeinden spielen, hielt Mikl-Leitner fest. Seit 2024 seien
bereits rund 1.200 Workshops in den niederösterreichischen Gemeinden
abgehalten worden, ab Herbst werde es wieder neue kostenlose
Workshops geben.
Eine zentrale Rolle nehme auch das Haus der Digitalisierung in
Tulln ein, betonte sie weiters. Dieses habe sich seit 2022 „bestens
etabliert“; alleine im Vorjahr seien 140 Veranstaltungen direkt vor
Ort und in ganz Niederösterreich organisiert worden. Heuer sollen es
noch mehr werden: „Momentan liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf
Tourismus und Gastronomie, aber auch im Bereich der Seniorinnen und
Senioren, die wir schulen wollen, wie sie die KI für sich nutzen
können.“ Ein dritter Punkt sei die Initiative „Sie und KI“, die
verstärkt auch die weibliche Perspektive bei der Nutzung dieser
Zukunftstechnologie berücksichtigt. Darüber hinaus verwies sie auf
die „Digitalks on tour“, die praxisnahe KI-Angebote direkt in die
Regionen bringen.
Und auch in der Landesverwaltung halte die KI immer mehr Einzug,
um diese noch schneller und effizienter zu machen. Hier verwies die
Landeshauptfrau etwa auf die landesinterne KI, die allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stehe, und auf die
Entwicklung eines KI-Chatbots. Darüber hinaus soll die KI künftig
auch bei der Erstellung von Gutachten noch mehr mithelfen. Bereits in
Verwendung sei die KI etwa im Bereich der Raumplanungsgutachten.
Schon mit dem Einsatz einer simplen generativen KI erreiche man
20 Prozent Produktivitätsgewinn in einem Betrieb, sagte Michael Bartz
von der IMC Krems im Zuge der Pressekonferenz. Er verwies auf die
sich durch KI bietenden Chancen im Bereich der Innovation – das
reiche von kleinen Agrarbetrieben bis zu Themen wie KI und Robotik im
Gesundheitssektor.
KI-Beiratsmitglied und Unternehmerin Carina Zehetmaier meinte, es
sei eine bewusste strategische Entscheidung, den Menschen in den
Mittelpunkt zu stellen. KI sei „ein mächtiges Tool“, es brauche aber
„Regeln und Leitplanken, um die Zukunft aktiv zu gestalten“. Sie
finde es „großartig, dass man hier Maßnahmen trifft, um die gesamte
Bevölkerung mitzunehmen“, denn „KI funktioniert nur dann, wenn sie
für uns alle funktioniert.“
