Inklusives Erinnern

Alkoven (OTS) – Das Projekt „Unsere Geschichte(n)“ stärkt die
Selbstermächtigung von
Menschen mit Behinderungen in der Gedenk- und Vermittlungsarbeit –
gefördert von Licht ins Dunkel.

Am Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim in Oberösterreich wurde
2025 das inklusive Projekt „Unsere Geschichte(n)“ gestartet. Mit dem
Zuschlag des Licht ins Dunkel-Fonds wird das Vorhaben über drei Jahre
hinweg finanziert. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit
Behinderungen aktiv in die Erinnerungsarbeit einzubeziehen und diese
partizipativer sowie barrierefreier zu gestalten.

Mit konkreten Maßnahmen wie der Einführung von Leichter Sprache,
taktilen Orientierungshilfen oder inklusiven Sicherheitskonzepten
setzt das Team des Lern- und Gedenkorts neue Standards in der
barrierefreien Vermittlungsarbeit. Gerade im Kontext des Disability
Pride Month unterstreicht das Projekt die Bedeutung von Sichtbarkeit
und Selbstermächtigung – Menschen mit Behinderungen werden als
Expert:innen ihrer eigenen Geschichte wahrgenommen.

„Wenn wir über Erinnerungskultur sprechen, geschieht das oft in
Institutionen“, erklärt Arjun Pfaffstaller, Projektmanager von
„Unsere Geschichte(n)“ . „Dieses Projekt ermöglicht es Menschen mit
Behinderungen, sich aktiv und selbstbestimmt an der Erinnerung an die
eigene Geschichte zu beteiligen. Das ist gelebte Inklusion – und ein
wichtiger Schritt hin zu mehr Sichtbarkeit.“

Zwtl.: Aktive Beteiligung: Menschen mit Behinderungen als
Botschafter:innen ihrer Geschichte

Ein zentrales Vorhaben des Projekts ist die Einbindung von
Menschen mit Behinderungen in die Vermittlungsarbeit vor Ort. „Wir
wollen unser pädagogisches Team erweitern – und gemeinsam mit
Menschen mit Behinderungen Inhalte entwickeln und vermitteln“, so
Irene Zauner-Leitner, stellvertretende Leiterin des Lern- und
Gedenkorts und verantwortlich für den Bereich Pädagogik.

Angedacht sind Tandem-Modelle mit erfahrenen Guides, punktuelle
Einbindungen bei spezifischen Themen oder sogar eigenständige
Vermittlungsformate. Damit verfolgt das Projekt einen inklusiven
Ansatz, der Selbstermächtigung durch Teilhabe fördert – und zeigt,
wie Erinnerungskultur neu gedacht werden kann.

Zwtl.: Ein Leuchtturm für inklusive Erinnerungskultur

„Alle Menschen haben das Recht auf Auseinandersetzung mit
Geschichte und Kultur“, betont Florian Schwanninger, Leiter des Lern-
und Gedenkorts Hartheim. „Gerade für Menschen mit Behinderungen,
denen während der NS-Zeit das Lebensrecht abgesprochen wurde, ist das
Wissen über die eigene Geschichte ein zentrales Menschenrecht. Mit
diesem Projekt schaffen wir Räume, in denen diese Geschichte sichtbar
gemacht und zugänglich vermittelt wird.“

Weiterführende Materialien und Bilder: Presseinformation – Lern-
und Gedenkort Schloss Hartheim

Projektkoordinator Arjun Pfaffstaller: +39 349 177 8263