Grüne Wien/Stark zu Ringradweg: Ein richtiger Schritt – aber nur halb

Wien (OTS) – Als einen „Schritt in die richtige Richtung, allerdings
nur halb”,
kommentiert der Mobilitätssprecher der Grünen Wien, Kilian Stark, die
heute präsentierten Pläne für den Ringradweg. „Jede Verbesserung für
den Rad- und Fußverkehr ist natürlich gut. Aber wenn dieses Projekt
monatelang mit großem Pomp angekündigt wird, darf am Ende nicht nur
auf jeweils einer Seite des Rings etwas passieren. Die schönen
Visualisierungen der Rot-Pinken Stadtregierung zeigen nämlich nur die
halbe Wahrheit: Die Nebenfahrbahnen werden nur auf einer Seite des
Rings für den Radweg geöffnet, auf der anderen Seite bleibt alles so
wie es ist – inklusive parkender Autos. Es fehlt jede Vision, wie
sich die Ringstraße insgesamt entwickeln soll”, so Stark.

Mit rund 2 Millionen Fahrten pro Jahr ist am Ringradweg so viel
los wie sonst auf keinem anderen Wiener Rad- und Gehweg. Gleichzeitig
bewegen sich dort unzählige Fußgänger:innen und Tourist:innen. Die
Ringstraße ist damit eine der wichtigsten Verkehrsachsen Wiens – und
gerade deshalb braucht sie endlich eine durchgängige, hochwertige und
zukunftstaugliche Lösung.

Der Ring braucht mehr als die heute präsentierten Verbesserungen.
Die historischen Alleen und Nebenfahrbahnen müssen entlang der
gesamten Ringstraße neu geordnet werden – mit klarer Trennung von Rad
– und Fußverkehr, mehr Aufenthaltsqualität und deutlich weniger
Dominanz des Autos.

„Die Stadtregierung präsentiert hier eine Minimallösung. So wird
die Ringstraße nicht zu dem urbanen Boulevard des 21. Jahrhunderts,
den Wien dringend braucht”, so Stark.

Auch bei der Begrünung bleibt der Entwurf zu zaghaft: Baumlücken
– etwa am Schwarzenbergplatz – bleiben weiter bestehen, obwohl der
Ring gerade bei Hitze, Schatten und Aufenthaltsqualität endlich
ambitionierter gedacht werden müsste. Der Grüne Ring-Plan setzt hier
ausdrücklich auf mehr Stadtgrün und zusätzliche Bäume.

Platz neu verteilen – gesamte Nebenfahrbahnen öffnen

Die Grünen Wien schlagen vor, die Nebenfahrbahnen entlang der
gesamten Ringstraße für eine hochwertige Radverbindung und mehr Platz
für Fußgänger:innen zu nutzen. Rad- und Fußverkehr sollen konsequent
getrennt werden: Die Nebenfahrbahnen werden dafür zu Fahrradstraßen
bzw. baulich getrennten Radwegen umgestaltet. Wo notwendig, können
sie als Service-Straßen für Lieferverkehr, Taxis oder Hotelzufahrten
offen bleiben.

„Der Ring kann nicht auf Dauer eine Hochgeschwindigkeits-Straße
rund um die City bleiben. Wiens historisches Aushängeschild muss
endlich als öffentlicher Raum des 21. Jahrhunderts gedacht werden –
sicher, grün und mit deutlich mehr Platz für die Menschen statt für
den Durchzugsverkehr”, so Stark abschließend.