„Digitalisierung muss Mädchen und Frauen empowern“ – UNICEF Österreich Round-Table mit Ehrengast Doris Schmidauer zu KI und Frauenrechten

Wien (OTS) – Digitalisierung und KI verändern unsere Welt
fundamental. Welche
Auswirkungen hat dieser rasante technologische Fortschritt auf junge
Mädchen und Frauen? Was können Unternehmen aktiv dazu beitragen, um
Mitarbeiter:innen die Angst vor drohendem Jobverlust zu nehmen? Was
ist die Oky App und warum ist sie so wichtig für Mädchen und das
Kinderrecht auf Vielfalt? All diese Fragen und noch viele weitere
wurden am 3. Juni im Rahmen eines Round Tables zum Thema „Mädchen-
und Frauenrechte im Zeitalter von KI und Digitalisierung“ im Oktagon
bei DLA Piper in Wien diskutiert.

UNICEF Österreich, NEWS und Taxi 40100 haben gemeinsam eine
besondere Runde mit hochkarätigen Gästen aus verschiedensten
Bereichen zusammengebracht. Die Einführungs-Keynote übernahm Doris
Schmidauer, First Lady und First Volunteer. Gefolgt von der
Vorstellung der hoch innovativen und integrativen Oky App durch Gerda
Binder von UNICEF. Am Podium diskutierten:

Elisabeth Dal Bianco (IKEA Austria), Nicole Daniel (DLA Piper),
Candy Licious (Dragqueen Artist), Ali Mahlodji (Business Humanist &
Leadership Mentor), Martina Romero (Sozialwissenschafterin) und
Carina Zehetmaier (Women in AI). Für die Moderation und das
Storytelling zeichnete sich Eveline Hruza, Generalsekretärin von Taxi
40100, verantwortlich.

Alle Diskutant:innen waren sich einig: KI-Systeme sind nicht
neutral, sondern spiegeln gesellschaftliche Machtverhältnisse wider.
Vorurteile, die wir in die digitale Welt hineinprogrammieren,
beeinflussen Mädchen und Frauen langfristiger als wir glauben.
Gleichzeitig eröffnen sich durch Digitalisierung und KI neue
Berufsfelder und Anwendungen wie die Oky App von UNICEF können einen
wesentlichen Teil dazu beitragen, die Rechte junger Frauen auf ihrem
Entwicklungsweg zu unterstützen.

Zwtl.: Ausgewählte Statements der Diskutant:innen

Doris Schmidauer, First Lady und First Volunteer

„ Ich bin der Überzeugung, dass wir Künstliche Intelligenz vor
allem als Chance und Möglichkeit begreifen sollten – vielleicht sogar
als eine Art neues Recht auf Zugang zu Wissen, Unterstützung und
Teilhabe. Sie sollte nicht als Pflicht oder Zwang wahrgenommen
werden, sondern als Werkzeug, das Menschen freiwillig nutzen können,
um ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Bildung zu bereichern.

Meine Vision ist eine Gesellschaft, in der KI dazu beiträgt,
bestehende Ungleichheiten zu verringern, anstatt sie zu verstärken.
Richtig eingesetzt kann sie Menschen unabhängig von Herkunft,
Einkommen oder Bildungsweg neue Möglichkeiten eröffnen. Sie kann
Wissen leichter zugänglich machen, individuelle Unterstützung bieten
und dabei helfen, Barrieren abzubauen, die bisher viele Menschen von
Chancen und Teilhabe ausgeschlossen haben. “

Gerda Binder, UNICEF & Oky App

„ Oky zeigt für mich, wie gut Digitalisierung sein kann, wenn wir
Mädchen wirklich zuhören und sie mitgestalten lassen. Aus ihren
Bedürfnissen ist eine App entstanden, die Wissen gibt,
Selbstvertrauen stärkt und Tabus aufbricht.

Digitale Teilhabe ist keine Kür, sondern ein Recht. Wenn wir
Technologie bewusst inklusiv gestalten, kann sie Mädchen überall auf
der Welt empowern. Genau das erleben wir jeden Tag mit Oky .“

Elisabeth Dal Bianco, IKEA Österreich:

„Dass heute mehr als die Hälfte unserer Führungskräfte bei IKEA
Österreich Frauen sind, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis
konsequenter Arbeit. Genau diese Konsequenz brauchen wir jetzt auch
im Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Wir müssen sicherstellen, dass
KI-Systeme Chancengleichheit fördern und nicht bestehende
Ungleichheiten reproduzieren. Denn am Ende trägt nicht die
Technologie die Verantwortung – sondern wir Menschen. Und das beginnt
mit der richtigen Haltung und einer klaren Wertekultur im
Unternehmen.“

Nicole Daniel, Partnerin bei DLA Piper

„Es sind tiefergehende Normen gefordert, um der Prohibition der
KI-Diskriminierung zu entsprechen. Bestehende Gesetze gegen
Diskriminierung gelten zwar grundsätzlich auch für KI-Systeme, aber
sie wurden nicht für algorithmische Systeme entwickelt.

Der EU AI Act schafft einen wichtigen regulatorischen Rahmen, um
Diskriminierungen — auch geschlechtsbezogene Benachteiligungen —
frühzeitiger zu erkennen und zu begrenzen. Entscheidend wird jedoch
sein, wie wirksam diese Vorgaben in der Praxis umgesetzt und
kontrolliert werden.“

CandyLicious, Dragqueen Artist:

„Und wenn es um Hass im Netz geht, dann müssen wir endlich
ehrlich darüber sprechen, dass niemand das alleine schaffen sollte.
Selfcare, ein starkes Bewusstsein für die eigene mentale Gesundheit,
Freund*innen, Familie und professionelle Beratung sind essenziell.
Ich persönlich hätte viele Situationen nicht geschafft, wenn ich
alleine gewesen wäre. Deshalb braucht es nicht nur technische
Lösungen gegen Hate Speech, sondern auch echte gesellschaftliche
Verantwortung und Solidarität.“

Eveline Hruza, Moderatorin und Storytellerin, Taxi 40100:

„Taxi 40100 ist für mich ein perfektes Beispiel dafür, wie
Digitalisierung funktioniert: Früher hat man noch die Kutsche
gerufen, heute bestellt man ein E-Taxi ganz einfach per App. Aus
Marktstudien wissen wir, dass 80 Prozent der Gen Z ihr Taxi per App
bestellen. Diese Evolution zeigt genau das Potenzial von
Digitalisierung – sie macht Dinge einfacher, schneller, zugänglicher.
Digitalisierung und KI können so gestaltet werden, dass sie auch
Mädchen und Frauen wirklich empowert.“

Ali Mahlodji:

„Ich habe meinen Töchtern einmal beigebracht, dass sie mit einem
Messer sich ein Butterbrot streichen können, oder, wenn sie nicht
aufpassen, sich gegenseitig verletzen. Dasselbe gilt für digitale
Tools und wer diese bestimmt. Aktuell stehen wir an einer
Weggabelung, wo wir aufpassen müssen, dass wir die Vorurteile unserer
breiten Gesellschaft, vor allem gegenüber Frauen, nicht auch in die
digitale Welt transferieren. Hier sind wir alle gefordert.

In dem Moment, in dem ein Mensch in die digitale Welt eintritt,
öffnet sich eine Welt der Neugierde. Doch es ist ein Unterschied, ob
es eine Büchse der Pandora wird oder ein Ort, an dem wir lernen
können. Diese digitale Welt gilt es mit Bedacht zu gestalten, denn
Vorurteile, die wir in sie hineinprogrammieren, beeinflussen Menschen
langfristiger, als wir glauben.“

Martina Romero, Sozialwissenschaftlerin:

„Feministische KI bedeutet, Technologie nicht als neutral zu
betrachten, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher
Machtverhältnisse. Aus einer intersektionalen Perspektive muss KI so
gestaltet werden, dass sie nicht bestehende Ausschlüsse und
Diskriminierungen reproduziert, sondern Vielfalt sichtbar macht,
Teilhabe stärkt und gerechtere gesellschaftliche Zukunftsräume
eröffnet.“

Carina Zehetmaier, Präsidentin von Women in AI

„ Künstliche Intelligenz ist nie neutral – sie lernt aus unseren
Daten und spiegelt unsere Gesellschaft wider, mit allen Vorurteilen.
Wenn Frauen und Mädchen nicht mitgestalten, schreiben wir bestehende
Ungleichheiten in den Code von morgen fest. Diversität ist deshalb
kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für faire und
vertrauenswürdige KI-Systeme .“

Zukunft passiert nicht, wir gestalten sie – und die
Entscheidungen darüber, wie unser Morgen aussieht, treffen wir heute.
Wer KI baut, gestaltet Gesellschaft. Diese Verantwortung darf nicht
einer kleinen, homogenen Gruppe überlassen werden.“

Zwtl.: Gemeinsam gestalten wir eine gerechtere und inklusivere
digitale Zukunft

Vielfalt, Inklusion und Chancengleichheit sind keine Schlagworte
– es sind unverhandelbare Rechte, die jedem Kind weltweit zustehen .
UNICEF Österreich ruft gemeinsam mit Partner:innen dazu auf, Haltung
zu zeigen und sich sichtbar für die Rechte benachteiligter Mädchen
und Frauen einzusetzen. Diese Werte werden 365 Tage im Jahr gemeinsam
mit starken Partner:innen gelebt.

Übrigens: Dieser Text wurde von zwei Frauen verfasst, mit einer
KI als Sparringpartner.

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