Karner: „Wenn Jugendliche oder Kinder Straftaten begehen, muss es klare Konsequenzen geben“

Wien (OTS) – Die Jugendkriminalität und die Radikalisierung junger
Menschen
stellen die Polizei sowie die Sicherheits- und
Verfassungsschutzbehörden vor Herausforderungen. Kriminalität und
extremistische Phänomene verlagern sich zunehmend in den digitalen
Raum und erreichen dabei immer jüngere Menschen. Dabei zeigt sich
einerseits, dass die Anzahl der Intensivtäter steigt – also jener
Minderjähriger, die für teilweise hunderte Straftaten verantwortlich
sind. Aber andererseits auch, dass die Anzahl krimineller
Minderjähriger steigt, besonders in der Altersgruppe der zehn bis 14-
Jährigen.

Innenminister Gerhard Karner: „Wenn Jugendliche oder Kinder
Straftaten begehen, Andere terrorisieren, schlagen oder mobben, dann
muss es klare Konsequenzen geben. Es muss gezeigt werden, dass wir
das nicht dulden“.

Das Innenministerium setzt daher auf ein umfassendes
Maßnahmenbündel: Die Polizei hat die Schwerpunktmaßnahmen gegen
Jugendkriminalität massiv ausgebaut und verstärkt – vor allem in der
Bundeshauptstadt Wien, aber auch in anderen Regionen in ganz
Österreich. Der Verfassungsschutz setzt auf Früherkennung und
Prävention, um Radikalisierungsprozesse möglichst früh zu erkennen
und Gefahren zu verhindern. Denn auch hier zeigt sich deutlich, dass
Radikalisierung immer jüngere Menschen trifft, hauptsächlich im
Online-Bereich, in Foren und auf Gaming-Plattformen.

Staatssekretär im Innenministerium, Jörg Leichtfried:
„Radikalisierung ist längst kein Randphänomen mehr – sie findet
zunehmend digital statt, wird jünger, schneller und subkultureller.
Umso wichtiger ist ein gesamtstaatlicher und gesamtgesellschaftlicher
Ansatz, der Prävention auf allen Ebenen stärkt und Radikalisierung
frühzeitig entgegenwirkt. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen wie die
Altersbeschränkung für die Nutzung Sozialer Medien, strengere
Regelungen für Telegram sowie die demokratische Kontrolle von
problematischen Algorithmen. Denn alles, was im Vorfeld verhindert
werden kann, ist ein Erfolg für unsere Gesellschaft.“ Auch die
Nutzung sozialer Medien müsse stärker in den Blick genommen werden.

DSN-Direktorin Sylvia Mayer ergänzte: „Mit Fokus auf Jugendliche
erkennen wir aktuell drei zentrale Entwicklungen: Die Ideologie
selbst rückt immer weiter in den Hintergrund. Der Online-Raum ist
zentraler Ort von Radikalisierung und Täterinnen und Täter werden
immer jünger. Diesen Tendenzen wirken die DSN und die LSE durch
umfassende, gesamtgesellschaftliche Prävention, vorausschauende
Früherkennung von Gefährdern und effektive Strafverfolgung entgegen.“

Zwtl.: Kriminalität wird jünger – stärkster Anstieg bei 10-14-
Jährigen

Die Gesamtzahl der unter 18-jährigen Tatverdächtigen ist von
37.185 im Jahr 2021 auf 49.067 im Jahr 2025 gestiegen – ein Anstieg
von rund 32 Prozent. Bei den unter 18-jährigen fremden
Tatverdächtigen hat sich die Zahl im selben Zeitraum von rund 11.000
auf rund 22.000 verdoppelt. Besonders deutlich zeigt sich die
Entwicklung bei syrischen Tatverdächtigen im Alter von zehn bis 14
Jahren: Hier stieg die Zahl von 318 im Jahr 2021 auf 1.528 im Jahr
2025 und damit auf nahezu das Fünffache.

Auch der 20-Jahres-Vergleich zeigt einen deutlichen Anstieg. Die
Zahl der Tatverdächtigen unter 18 Jahren erhöhte sich von 27.963 im
Jahr 2006 auf 49.067 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 75 Prozent. Bei
den 14- bis unter 18-Jährigen beträgt der Anstieg rund 62 Prozent,
bei den zehn- bis unter 14-Jährigen sogar rund 137 Prozent.

Schwerpunktaktionen zeigen Wirkung – groß angelegter Schwerpunkt
in Meidling

Innenminister Gerhard Karner und Bundespolizeidirektor Michael
Takacs machten sich in den Abendstunden des 19. August 2026 selbst
ein Bild von der groß angelegten Schwerpunktaktion in Wien-Meidling,
bei der über 80 Polizistinnen und Polizisten verschiedener Einheiten
und mit Unterstützung aus vier Bundesländern schwerpunktmäßige
Kontrollen durchgeführten. Dabei wurden 195 Personen, davon 54
Minderjährige und 16 Strafunmündige kontrolliert. Fünf Personen
wurden festgenommen und 36 Personen angezeigt.

Wiener Landespolizeivizepräsident und Bundeskoordinator der
Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, General Dieter
Csefan, sagte dazu heute im Zuge der Pressekonferenz: „Die
koordinierten Schwerpunktaktionen der Einsatzgruppe zur Bekämpfung
der Jugendkriminalität zeigen bereits deutliche Wirkung. Mit
Unterstützung von Polizeikräften aus mehreren Bundesländern wird der
Kontrolldruck weiter erhöht, um Jugendkriminalität konsequent und
nachhaltig zu bekämpfen. Gleichzeitig werden so jene Jugendlichen
geschützt, die selbst Opfer von Gewalt und Jugendkriminalität
werden“. Die Kontrollen würden so lange fortgesetzt, wie es nötig
sei.

Seit Bestehen der Einsatzgruppe Jugendkriminalität wurden rund
1.600 Personen festgenommen, darunter rund 600 Minderjährige. Zudem
konnten mehr als 200 Waffen, insbesondere Messer und Schlagringe,
sichergestellt werden.

Mit den verstärkten Schwerpunktmaßnahmen und der Arbeit des
Verfassungsschutzes bei Früherkennung und Prävention verfolgen die
Sicherheitsbehörden ein gemeinsames Ziel: Jugendkriminalität
konsequent zu bekämpfen, Radikalisierung möglichst früh zu erkennen
und junge Menschen besser vor kriminellen und extremistischen
Entwicklungen zu schützen.

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