Pröll: Public AI launcht GovGPT für die Bundesverwaltung

Wien (OTS) – Im Rahmen des zweiten „Gemeinsam gestalten“-Meetings im
Bundeskanzleramt hat Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll
heute den Rollout von GovGPT gestartet. Der sichere KI-Assistent ist
der erste verwaltungsinterne Anwendungsfall der im März gestarteten
Public-AI-Initiative. Von 20. bis 23. Juli wird GovGPT schrittweise
im Bundeskanzleramt bereitgestellt. Danach folgt Zug um Zug der
Rollout in weiteren Ressorts.

GovGPT unterstützt Bedienstete bei alltäglichen
Verwaltungsaufgaben: im freien KI-Chat etwa bei Textentwürfen, Ideen
und ersten Analysen, beim raschen Zusammenfassen umfangreicher
Dokumente sowie beim Aufbau eigener Wissensbibliotheken. Darin können
mehrere Dokumente gebündelt und gezielt abgefragt werden.

„Künstliche Intelligenz soll die Menschen in der Verwaltung nicht
ersetzen, sondern ihnen den Rücken freihalten. Mit GovGPT bringen wir
ein sicheres und souveränes KI-Werkzeug direkt an den Arbeitsplatz.
Damit lösen wir unser Versprechen ein, den öffentlichen Dienst mit
modernen Werkzeugen auszustatten – für weniger Routine, mehr Zeit für
fachliche Aufgaben und bessere Services für die Bevölkerung“, so
Pröll.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalten die Einführung mit

„Gemeinsam gestalten“ ist das Beteiligungsformat von
Staatssekretär Pröll im Bundeskanzleramt für seine Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Beim zweiten Treffen lernten die Bediensteten GovGPT
kennen, stellten Fragen und brachten konkrete Anforderungen ein. Ihre
Rückmeldungen fließen direkt in die weitere Einführung und
Verbesserung der Anwendung ein.

FAQs, ein How-to-Booklet und Prompting-Hilfen erleichtern den
Einstieg. Die Verwaltungsakademie des Bundes bietet Trainings und E-
Learnings an; Erfahrungen können über eine Feedbackfunktion
eingebracht werden.

Konkrete Entlastung in einer Zeit großer Veränderungen

Pandemie, geopolitische Krisen und neue technologische
Anforderungen haben die Verwaltung stark gefordert. Zugleich treten
in den kommenden zehn Jahren zahlreiche erfahrene Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in den Ruhestand. GovGPT soll Routinen verkürzen,
Wissen leichter zugänglich machen und bei komplexen Informationen
unterstützen. Die Verantwortung bleibt beim Menschen: KI-Ergebnisse
müssen geprüft und eingeordnet werden.

Sichere Alternative zu öffentlichen KI-Chatbots

GovGPT wurde speziell für den Einsatz in der österreichischen
Bundesverwaltung entwickelt. Anfragen und hochgeladene Dokumente
werden auf der KI-Basisinfrastruktur des Bundesrechenzentrums
verarbeitet. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht
zum Training verwendet. Technische Schutzmechanismen unterstützen
einen sicheren und rechtskonformen Betrieb. Damit entsteht eine
kontrollierte Alternative zu öffentlichen KI-Chatbots, ohne die
Kontrolle über verwaltungsinterne Informationen aus der Hand zu
geben.

Zug um Zug in die Bundesverwaltung

Nach dem Start im Bundeskanzleramt beginnt das Bundesministerium
für Finanzen ab 21. Juli mit einem gestaffelten Rollout von GovGPT.
Am 28. Juli folgt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Weitere Schritte im
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie
im Bundesministerium für Bildung werden für August vorbereitet;
weitere Ressorts folgen.

Alle Ressorts wollen sich aktiv beteiligen, gemeinsame KI-
Services nutzen und eigene Anwendungsfälle einbringen.
Pilotnutzerinnen und Pilotnutzer von GovGPT sind bereits in allen
Ressorts aktiv. Ziel ist es, mehr als 180.000 Bundesbedienstete mit
sicheren KI-Anwendungen zu unterstützen. Gespräche über eine künftige
Nutzung laufen auch mit weiteren Bundesorganisationen, den Ländern
und den Gemeinden.

Nächste Public-AI-Anwendungen bereits in Vorbereitung

GovGPT ist der erste sichtbare Baustein des gemeinsamen Public-AI
-Ökosystems. Ende Juli folgt mit dem Chatbot „ida“ in der ID Austria
App und auf oesterreich.gv.at der nächste Launch. Ab Ende August
startet im Bundeskanzleramt der stufenweise Rollout von KI im
elektronischen Akt; weitere Ressorts sind in Planung.

Weitere Vorhaben betreffen KI-Unterstützung für parlamentarische
Anfragen, Wissens- und Lernassistenz, agentische KI für klar
abgegrenzte Verwaltungsprozesse sowie gemeinsame Lösungen für
Transkription, Übersetzung und barrierefreie Dokumente. Sie sollen
als Shared Services mehreren Organisationen zur Verfügung stehen.

„Wir bauen kein Sammelsurium voneinander getrennter
Insellösungen, sondern eine gemeinsame, sichere KI-Infrastruktur für
den Staat. GovGPT ist der erste sichtbare Baustein. Mit ‚ida‘, KI im
elektronischen Akt und weiteren gemeinsamen Anwendungen setzen wir
die nächsten Schritte. So modernisieren wir die Verwaltung Zug um Zug
– mit einem klaren Nutzen für Bedienstete, Bürgerinnen und Bürger
sowie Unternehmen“, so Pröll abschließend.

Die Nominierung der Public-AI-Initiative für den 25. E-Government
-Wettbewerb im Jury- und Publikumsvoting unterstreicht die
internationale Sichtbarkeit des österreichischen Ansatzes.

Weitere Informationen auf www.publicai.gv.at