Ein revolutionäres Projekt startet in Krems!
In der malerischen Stadt Krems hat ein bahnbrechendes Projekt begonnen, das die Weinbauwelt in Österreich revolutionieren könnte. Am 6. Mai 2026 fiel der Startschuss für das Projekt „Lebendige Weingärten“, das die WINZER KREMS eG in Zusammenarbeit mit der Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Biodiversität und wirtschaftlich tragfähigen Weinbau miteinander zu vereinen.
Was bedeutet Biodiversität im Weinbau?
Biodiversität, oder auch biologische Vielfalt, beschreibt die Vielfalt an Lebensformen auf der Erde – von den größten Säugetieren bis zu den kleinsten Mikroorganismen. Im Kontext des Weinbaus bedeutet dies, eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren in den Weingärten zu fördern, um ein gesundes Ökosystem zu schaffen. Dies wird durch den Anbau vielfältiger Kräuter- und Pflanzenmischungen erreicht, die den Boden vor Erosion schützen und das Bodenleben stärken.
Zusätzlich werden in diesem Projekt 500 Nistkästen aufgehängt und rund 1.000 Bäume und Sträucher gepflanzt. Diese Maßnahmen schaffen Lebensräume für verschiedene Tierarten wie das Schwarzkehlchen, die Sperbergrasmücke, das Rebhuhn sowie den Ziesel, die Smaragdeidechse und den Großen Feuerfalter.
Die Rolle der WINZER KREMS eG
Die WINZER KREMS eG, das größte Weingut Österreichs, spielt eine zentrale Rolle in diesem Projekt. Mit einer Mitgliedsfläche von rund 1.200 Hektar vereint die Genossenschaft etwa 600 Winzerfamilien. Diese Familien prägen seit Generationen das Landschaftsbild rund um Krems, das sich entlang der Donau und durch die Seitentäler von Kremstal, Kamptal, Traisental und Wagram erstreckt.
Ludwig Holzer, Geschäftsführer der WINZER KREMS eG, betont die Wichtigkeit dieses Projekts: „Die gezielte Umsetzung dieser Maßnahmen in den Weingärten unserer Winzerinnen und Winzer stärkt nicht nur die Biodiversität, sondern wirkt sich in weiterer Folge auch positiv auf die Qualität der Trauben und damit unserer Weine aus.“
Ein Blick auf die Unterstützung durch Blühendes Österreich
Blühendes Österreich unterstützt das Projekt mit 41.500 Euro. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur in Österreich zu fördern und zu schützen. Seit über zehn Jahren hat sie bereits über 1.600 Hektar naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume renaturiert oder verbessert.
Robert Nagele, Vorstand der BILLA AG und Blühendes Österreich, erklärt: „Nachhaltigkeit muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Handel – gelebt werden.“
Warum ist dieses Projekt so wichtig?
Die Förderung der Biodiversität ist nicht nur ein ökologisches Ziel, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Qualität der Weine. Durch die Stärkung des Bodenlebens und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere wird ein gesundes Ökosystem gefördert, das die Traubenproduktion positiv beeinflusst.
Florian Stöger, ein Winzer, der an dem Projekt teilnimmt, sagt: „Ich will meinen Beitrag dazu leisten, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Und da kann ich mit meinen eigenen Weingärten anfangen, indem ich bewusst auf nachhaltige Bewirtschaftung setze und so aktiv zur Förderung der Artenvielfalt beitrage.“
Vergleich mit anderen Bundesländern
Während Krems nun mit diesem Projekt vorangeht, gibt es in anderen österreichischen Weinbaugebieten ähnliche Bestrebungen, die Biodiversität zu fördern. In der Steiermark zum Beispiel experimentieren Winzer mit dem Anbau von Wildblumen zwischen den Reben, um Insektenpopulationen zu unterstützen. Diese Bemühungen sind Teil eines größeren Trends, der nachhaltige Praktiken im Weinbau vorantreibt.
Ein Blick in die Zukunft
Die langfristigen Auswirkungen des Projekts „Lebendige Weingärten“ könnten signifikant sein. Wenn erfolgreich, könnte es als Modell für andere Weinbaugebiete in Österreich und darüber hinaus dienen. Die Hoffnung ist, dass durch die Förderung der Biodiversität nicht nur die Qualität der Weine verbessert wird, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Weingärten gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels gestärkt wird.
Expertenmeinungen zur Zukunft des Weinbaus
Dr. Helga Grünwald, eine Expertin für nachhaltige Landwirtschaft, kommentiert: „Projekte wie ‚Lebendige Weingärten‘ sind entscheidend, um den Weinbau zukunftsfähig zu machen. Sie zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können.“
Einfluss auf die lokale Bevölkerung
Für die Menschen in Krems und Umgebung bedeutet dieses Projekt nicht nur eine Aufwertung der Landschaft, sondern auch eine Stärkung der lokalen Wirtschaft. Durch die Verbesserung der Weinqualität könnten die Winzer höhere Preise erzielen und somit ihre wirtschaftliche Lage verbessern.
Die Initiative zeigt auch, dass nachhaltige Projekte Arbeitsplätze schaffen und die lokale Gemeinschaft stärken können. Dies ist besonders wichtig in ländlichen Gebieten, die oft mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Fazit
Das Projekt „Lebendige Weingärten“ ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Biodiversität und wirtschaftlicher Erfolg im Weinbau Hand in Hand gehen können. Es zeigt, dass durch kreative und nachhaltige Maßnahmen sowohl die Natur als auch die lokale Wirtschaft profitieren können. Mit Unterstützung durch Blühendes Österreich und die motivierten Winzer der WINZER KREMS eG könnte dieses Projekt den Weg für eine neue Ära des Weinbaus in Österreich ebnen.