Wien (OTS) – Heute hat die EU-Kommission einen Fahrplan vorgestellt,
der
langfristig die Qualität der Arbeitsplätze in Europa sicherstellen
soll. Nächstes Jahr soll der entsprechende Rechtsakt, der „Quality
Jobs Act“, folgen. Evelyn Regner, SPÖ-Arbeits- und Sozialsprecherin
im EU-Parlament, bewertet die Vorschläge der EU-Kommission positiv:
„Die Arbeitswelt befindet sich in einem so raschen Wandel, dass viele
Menschen in Europa berechtigte Sorge davor haben, abgehängt zu
werden. Die wachsende Digitalisierung und Technologisierung machen
zwar vieles einfacher, bringen aber auch große Herausforderungen mit
sich. Auch die Globalisierung und die immer stärker verwobenen Märkte
führen zu großem Druck auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Doch hier
ist Vorsicht geboten: Wir dürfen nicht die falschen Schlüsse ziehen
und Lohndumping in Europa zulassen oder gar unsere Produktion ins
günstigere Ausland wie China oder Bangladesch verlegen. Starke
Arbeitnehmer:innenrechte sind ein europäisches Qualitätssiegel, das
wir nicht abschwächen dürfen. Qualitativ hochwertige Jobs in der EU
sichern langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit. Denn Innovation und
Produktivität können nur florieren, wenn Arbeitnehmer:innen zufrieden
und gut ausgebildet sind. So schaffen wir den Übergang in die moderne
Arbeitswelt.“ ****
Regner ergänzt: „Mit der Mindestlohnrichtlinie haben wir ein
stabiles Fundament für faire Löhne und für die Stärkung der
Kollektivverträge in der EU geschaffen. Auf diesem Fundament müssen
wir weiter aufbauen und sicherstellen, dass der Wandel der
Arbeitswelt mit den entsprechenden Maßnahmen begleitet wird. Das
heißt, massiv in Trainings und Weiterbildungen zu investieren und
gleichzeitig bei öffentlichen Ausschreibungen Kriterien wie gute
Arbeitsbedingungen als Grundvoraussetzung festschreiben. Das heißt
aber auch, ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem sich
Arbeitnehmer:innen wohlfühlen, in dem auf mentale Gesundheit und Work
-Life-Balance geachtet wird. Und essentiell ist dabei auch, dass wir
Rahmenbedingungen schaffen, die Ausbeutung ausschließen und die
verhindern, dass Menschen in unfreiwillige Scheinselbstständigkeit
gedrängt werden. Während der heute vorgestellte Fahrplan eine gute
und wichtige Analyse liefert, braucht es aber auch ganz konkrete
Maßnahmen. Der entsprechende Rechtsakt muss jetzt so rasch wie
möglich vorgelegt werden.“ (Schluss) le/lw