Circular Monday: Zivilgesellschaft fordert politische Weichen für eine kreislauffähige Gesellschaft

Wien (OTS) – –

Circular Monday erstmals in Österreich als Gegenpol zum Black
Friday offiziell vertreten

Zivilgesellschaftliche Organisationen und Arbeiterkammer Wien
fordern zu diesem Anlass klare Rahmenbedingungen für eine
funktionierende Kreislaufwirtschaft in Österreich

Wien – Am 24. November findet als nachhaltiger Gegenpol zum Black
Friday der internationale „ Circular Monday “ statt. Zu diesem Anlass
fordern Umweltdachverband, Arbeiterkammer Wien, Ökobüro, Global 2000,
Re-Use Austria, Verein SOL, R.U.S.Z – Verein zur Förderung der
Sozialwirtschaft, Grün statt Grau mit Unterstützung von RENOWAVE.AT
und Politikberatung KlammingerD die Österreichische Bundesregierung
dazu auf, eine gesamtgesellschaftliche Kreislaufwirtschaft in
Österreich voranzutreiben. Es gilt: „Eine echte Kreislaufwirtschaft
braucht mehr als neue Produkte und Geschäftsmodelle – sie lebt von
einer Gesellschaft, in der Menschen im Alltag zirkulär handeln,
Wissen teilen und Verantwortung füreinander und die Dinge übernehmen.
Technische Lösungen allein reichen nicht. Nur wenn wir auch unsere
Gesellschaft kreislauffähig machen – solidarisch, gerecht und
verantwortungsvoll – kann die Kreislaufwirtschaft Wirklichkeit
werden“, betont Melanie Jaeger-Erben , Professorin für Technik- und
Umweltsoziologie an der BTU Cottbus-Senftenberg und Speakerin bei
einer kürzlich vom Umweltdachverband veranstalteten Fachveranstaltung
zur „Circular Society“.

„Österreich hat enormes Potenzial, Kreislaufwirtschaft
voranzubringen – aber nur, wenn die Politik endlich die richtigen
Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Gesellschaft schafft. Wir
brauchen verbindliche Ziele, ausreichend Mittel für den Aufbau von
Infrastrukturen für Reparatur, Wiederverwendung und gemeinschaftliche
Nutzung sowie eine klare Suffizienzorientierung. Nur so werden
gesellschaftliche Teilhabe und lokale Wertschöpfung gefördert und
eine ressourcenschonende Lebensweise für alle Menschen machbar und
attraktiv“, betont Maria Langsenlehner , Kreislaufwirtschaftsexpertin
des Umweltdachverbandes.

Zwtl.: Die konkreten Forderungen der Organisationen sind:

1.

Kreislaufwirtschaft braucht eine kreislauffähige Gesellschaft, in
der Suffizienz als Leitprinzip, kooperatives, gerechtes und
verantwortungsvolles Handeln fördert.

2.

Nachfrage muss durch strukturelle Veränderungen gesteuert werden
, Appelle an individuelles Konsumverhalten genügen nicht. Politisch
gestaltete Rahmenbedingungen und öffentliche Investitionen müssen
suffiziente Lebensstile ermöglichen.

3.

Stärkere Infrastruktur für Reparatur, Wiederverwendung und
gemeinschaftliche Nutzung – z. B. durch Leihläden,
Reparaturwerkstätten und Sharing-Angebote – ist nötig, um Güter
länger zu nutzen, Handwerk und lokale Arbeitsplätze zu stärken. Dafür
braucht es flächendeckende, leistbare Angebote, die attraktiver sind
als Neukauf. Zivilgesellschaftliche Initiativen und soziale
Unternehmen leisten dabei wichtige Pionierarbeit.

4.

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht Verbindlichkeit
und klare Rahmenbedingungen . Dafür müssen – entsprechend den
Vorgaben der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie – die
Grundsätze, Aufgaben sowie vier Ziele der Strategie rasch gesetzlich
verankert werden. Diese Ziele sind: Ziel 1: Reduktion des
inländischen Materialverbrauchs und des Material-Fußabdrucks; Ziel 2:
Steigerung der Ressourcenproduktivität; Ziel 3: Steigerung der
Zirkularitätsrate; Ziel 4: Reduktion des materiellen Konsums in
privaten Haushalten.

Zwtl.: Hintergrund zum Circular Monday

Der Circular Monday ist eine globale Bewegung, die seit 2017
einen nachhaltigen Gegenpol zum Black Friday bietet. Im Mittelpunkt
stehen bewusster und kreislauffähiger Konsum mit allen Facetten der
Kreislaufwirtschaft: Reparatur, Wiederverwendung, Teilen und
Tauschen, um Neukäufe zu vermeiden und Ressourcen zu sparen. Heuer
ist der Circular Monday durch einen Zusammenschluss von mehreren
Organisationen rund um das Ressourcen Forum Austria, Circular Economy
Forum Austria, The Good Tribe und ThirtySix Degrees Sustainability
Consulting erstmals auch in Österreich vertreten – mit dem Ziel,
durch Events, Aktionen und Kommunikation eine positive und
lösungsorientierte Erzählung über zirkuläres Wirtschaften in den
öffentlichen Raum zu bringen.

Mehr Informationen:
https://www.circularmonday.com/countries/austria