IV: Europäische Forschungs- und Innovationspolitik entscheidend für Standort und Wettbewerbsfähigkeit

Wien (OTS) – Vor den anstehenden Verhandlungen zum nächsten EU-
Forschungsrahmenprogramm (FP10) und zum nationalen FTI-Pakt
unterstreicht die Industriellenvereinigung (IV) im Rahmen der
Technology Talks Austria die Bedeutung von langfristiger
Planungssicherheit, exzellenter Forschungsförderung und gezielten
Zukunftsinvestitionen.

EU-Forschungsrahmenprogramm ist Erfolgsfaktor für Österreich

„Das europäische Forschungsrahmenprogramm ist eine echte
Erfolgsstory und der größte Hebel für Forschung und Innovation in
Europa. Es ist ein klarer USP für Europas Forschungsakteure und ein
entscheidender Standortfaktor für Österreich“, betont IV-
Vizepräsidentin Sabine Herlitschka.

Österreich profitiert massiv: Bereits 1,44 Milliarden Euro
Rückflüsse in der laufenden Periode, besonders erfolgreich in Säule
2, die Kooperationen zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen,
Industrie und Start-ups ermöglicht.

FP10: Eigenständiges Programm mit zweckgebundenem Budget

Es ist daher besonders wichtig, dass das nächste Programm (2028
–2034) ein eigenständiges Programm mit zweckgebundenem Budget bleibt
und deutlich aufgestockt wird. „Es braucht ein Budget von mindestens
200 Milliarden Euro und eine stärkere, anteilig mitwachsende
Dotierung für kooperative Projekte der Säule 2, um
grenzüberschreitende, branchenübergreifende Kooperationen zu
ermöglichen“, so Herlitschka.

Für die IV sind die Themenbereiche klar: Digital Leadership,
Gesundheit, Biotechnologie, saubere Transformation und industrielle
Dekarbonisierung. Gleichzeitig müssen flexible Bottom-up-Elemente
geschaffen werden, um innovative Entwicklungen rasch zu fördern, neue
Trends zu adressieren und disruptive Technologien schneller zur
Anwendung zu bringen.

Einschränkungen für große Unternehmen kontraproduktiv

Kritisch bewertet Herlitschka geplante Einschränkungen für große
Unternehmen: „Fehlende Anerkennung von den massiven Eigenleistungen
der Unternehmen und reduzierte Förderquoten für forschungsstarke
Industrie wären kontraproduktiv. Große Unternehmen sind zentrale
Triebkräfte für Innovation, Arbeitsplätze und Wertschöpfung.
Erfolgreiche Innovation findet in Kooperation, in ‚Ökosystemen‘
statt, daher ist die Vernetzung von Wissenschaft,
Forschungsorganisationen, Industrie, Start-ups und Investoren ein
zentraler Erfolgsfaktor. Genau damit wird der Transfer von der
Forschung in marktfähige Produkte und Technologien beschleunigt.“

Wachstumspfad zu 4 Prozent-Quote absichern

IV-Präsident Georg Knill ergänzt: „Die Bundesregierung hat sich
das Ziel von 4 Prozent F&E-Quote bis 2030 gesetzt – dieses Ziel muss
im FTI-Pakt mit einem klaren Wachstumspfad abgesichert werden.“

Besonders wichtig sind dabei eine Technologieoffensive und
Zukunftsinvestitionen in Schlüsselbereiche wie Mikroelektronik,
Produktionstechnologien, Life Sciences und Mobilität sowie die
Forcierung digitaler Technologien, allen voran Künstlicher
Intelligenz, für Wachstum und Innovation. Zudem muss die langfristige
Absicherung des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) rasch erfolgen, um die
Finanzierung und Durchführung wichtiger thematischer und
struktureller FTI-Maßnahmen sicherzustellen, ebenso wie die Umsetzung
des Scale-up Fonds, um deutlich mehr privates Kapital für disruptive
Technologien zu mobilisieren.

„Europa und Österreich müssen in Schlüsseltechnologien wie
Künstlicher Intelligenz aufholen. Mit Initiativen wie der AI Factory
Austria und dem neuen Scale-up-Fonds sind wichtige Schritte gesetzt.
Jetzt gilt es, diese Instrumente entschlossen umzusetzen und mit
europäischer Forschungs- und Technologiepolitik zu verzahnen“, so
Knill abschließend.